Wechselmodell nicht mehr gewünscht

Wechselmodell nicht mehr gewünscht

Radiohead 25.05.2026 09:54
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Guten Morgen,


meine Tochter ist 14 1/2. Wir leben seit ihrem 7. Lebensjahr im Wechselmodell mit zunächst wöchentlichem Wechsel, seit ca. 2 Jahren im zweiwöchentlichen Wechsel. Ich bin mit meiner Tochter immer im Austausch darüber geblieben und habe ihr auch gesagt, dass sie jederzeit sagen darf, wenn sie mit dem Wechseln nicht mehr klar kommt.

Jetzt ist es soweit. Beim letzten Wechsel ist sie nur noch mit ganz wenigen Sachen zu mir gekommen und ich habe vermutet zu spüren, dass sie das Wechseln nervt. Ich habe sie darauf angesprochen und sie hat das sofort bejaht und gesagt, dass sie gerne fest bei ihrem Papa wohnen möchte, weil er "chilliger ist, die bessere Soundanlage hat und ich dort viel lauter und auch noch spät abends Musik hören kann".

Auch weil es das ehemals gemeinsame Familienhaus ist und "ich dort aufgtewachsen bin und das mein richtiges Zuhause ist".

Das war hart für mich. Ich habe Angst, dass wir uns verlieren. Sie ist sehr endgültig in ihrer Entscheidung und sagt, wir können uns ja ab und zu mal sehen. Natürlich frage ich mich, was ich falsch gemacht habe, dass sie sich so endgültig für den Wohnort bei ihrem Papa entschieden hat. War ich zu streng, war ich zu wenig für sie da (ich arbeite Vollzeit). Antwort von ihr: "Du nervst halt mehr als der Papa".


Am Freitag hat sie ihren Umzug geplant, sie will ALLES aus ihrem Zimmer hier bei mir mitnehmen. Es fühlt sich schrecklich an, weil ich richtig Angst habe, dass ich sie verliere.


Ergänzend muss ich sagen, dass meine Tochter aufgrund einem Gendefekt einen angeboren Herzfehler hat und seit ihrem 5. Lebensjahr Tumorbildungen im Kieferbereich, d.h. sie wurde schon oft operiert und ich habe sie immer ins Krankenhaus begleitet, war Tag und Nacht an ihrer Seite. Natürlich hatten wir extrem viele Sorgen um dieses Mädchen. Jetzt wirft sie mir vor, dass ich ständig frage ob alles in Ordnung ist, Ende März musste sie als Notfall in die Klinik, weil sie eine Anämie hatte, die nach wie vor engmaschig in der Uniklinik kontrolliert wird. Im Auugst steht ein Aufenthalt im Herzzentrum an und in zwei Wochen ein MRT vom Kiefer um zu kontrollieren, ob wieder eine Tumor-OP notwendig ist.

Alles ganz schön viel für ein junges Mädchen. Sie spricht nicht mehr mit mir über ihre Ängste ("ich werde über die Krankheit nicht reden!"), hat sich komplett zurückgezogen und macht alles nur noch mit ihren Freundinnen aus.


Kurzum....sie ist mir in den letzten zwei Wochen extrem fremd geworden. Und ich bin unsicher, wie ich mich richtig verhalten soll.

Allerdings sagt sie sehr klar, dass ich sie auf jeden Fall ins Herzzentrum und zu einer möglichen OP begleiten soll. Aber sonst soll ich mich bitte raushalten, weil der Papa chilliger ist.


Bin sehr dankbar für einen Rat.